Naturschutzgebiet Karower Teiche

Die vier Karower Teiche mit ihren vielgestaltigen Uferzonen, Wiesen und Waldbereichen wurden 1994 zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Gebiet wird im Nordosten vom Autobahnring, der Panke im Südosten und Süden, der Pankgrafenstraße im Westen und der Bucher Straße im Nordwesten begrenzt.

Die beiden westlichen Teiche, der Inselteich und der Weidenteich, entstanden im 19. Jahrhundert durch Torfabbau, die beiden östlichen Teiche, der Ententeich und der Schilfteich, wurden als Fischteiche Ende des 19. Jahrhunderts  ausgehoben. Etwa zur gleichen Zeit entstanden an den Stadträndern Berlins die Rieselfelder, auf die die ungeklärten Abwässer Berlins gepumpt wurden. Der Lietzengraben und die Karower Teiche wurden zur Entwässerung der Rieselfelder genutzt. Wegen der schlechten Wasserqualität musste die Fischwirtschaft bald eingestellt werden. Jahrzehntelang konnten sich Flora und Fauna in Abgeschiedenheit und Ruhe ungestört entwickeln. Mit der Inbetriebnahme des Klärwerks

Schönerlinde 1985 wurde die Rieselfeldnutzung eingestellt. Der Wasserspiegel sank beträchtlich. Die Aufforstung der ausgetrockneten und belasteten Rieselfeldböden brachte Probleme mit sich.

Heute sind die Uferbereiche der Teiche geprägt von Erlen- und Grauweidengebüschen, Hochstaudenfluren, Schilf- und Röhrichtbeständen. Die Waldbereiche bieten Schutz zu den angrenzenden Straßen und Siedlungsbereichen. Auf den ehemaligen Rieselfeldflächen wachsen neben typischen Stickstoffanzeigern wie Große Brennessel und Sauerampfer auch die Sumpf-Gänsedistel in trockneren Bereichen und die Sumpf-Dotterblume, die Kuckucks-Lichtnelke und das Wiesenschaumkraut in feuchteren Bereichen.

Schon immer hatte das Gebiet herausragende Bedeutung aus zoologischer Sicht. Die Karower Teiche sind das bedeutendste Brutgebiet für Wasservögel im Norden Berlins und ein wichtiger Laichplatz für Amphibien und Reptilien. Seit 1966 konnten 68 Brutvogelarten nachgewiesen werden, darunter auch seltene Arten wie z. B. die Graugans, die Rohrweihe, die Tüpfelralle und verschiedene seltene Entenarten. Moorfrösche, Grasfrösche, Erdkröten und Knoblauchkröten leben hier. Es wurden auch schon die seltenen Wechselkröten und Teichfrösche beobachtet.

Das Naturschutzgebiet ermöglicht ein außergewöhnliches Naturerlebnis. Hier kann der Besucher Ruhe und Erholung am Rande der Großstadt finden und beim Studieren der Schautafeln sein Wissen erweitern. Auf dem gut ausgeschilderten Wegenetz kann das gesamte Naturschutzgebiet erkundet werden. Sichtplattformen bieten Gelegenheit zur Beobachtung der vielfältigen Vogelwelt ohne diese zu stören. Alle Besucher sollten durch rücksichtsvolles Verhalten dazu beitragen, dieses wertvolle Naturschutzgebiet auf Dauer zu schützen.

Die Größe beträgt 130 ha

Zu erreichen vom Bahnhof Karow über Pankgrafenstraße

 

Quelle: Bezirksamt Berlin-Pankow


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