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Im Dorf Karow wurde am 9. November 1904 auf einer Zusammenkunft aller Bauern Schutzmaßnamen für den Fall eines Brandes besprochen. Somit
wurde der Verein der Freiwilligen Feuerwehr zu Karow gegründet. Bürger SCHULZE wurde als erster Führer und Brandmeister gewählt, als Stellvertreter und 2. Brandmeister fungierte der Kamerad
TANNER. Die beiden leiteten die Karower Feuerwehr über 25 Jahre. Bis zur Eingliederung von Karow in den Stadtverband Groß-Berlin (1920) musste jeder Karower
Haus-/Grundbesitzer und Mieter 3 bzw. 5 Reichsmark als jährlichen Beitrag bezahlen. Auf diesen Beitrag wurde künftig verzichtet, im Gegensatz zu anderen Feuerwehren von
Pankow. "...größere Brände im Orte hiervon sind im Jahre 1906 Scheunenbrand auf dem Kolbergschen Grundstück. Hierbei sind von der Hitze 6 Helme zusammen
geschrumpft und der Lack von der Spritze geschmolzen. 1908 Scheunenbrand bei KERKOW, womit drei Spritzen und 11 Leitungen gearbeitet wurde. Im Jahre 1910 Brand des Strohgebäudes von Otto TORGE.
TORGE rettete sein Kind aus dem brennenden Gebäude. Der letzte große Brand 1912, ebenfalls Scheunenbrand bei Karl KERKOW. Hier haben nach halbstündiger Löscharbeit sämtliche Brunnen
versagt..." (Bericht aus der Karower Zeitung 12.11.1929 anlässlich des 25 jährigen Feuerwehrjubiläums.) Aus der Zeit des
Krieges sind nur wenige Informationen vorhanden. Es gab keine wesentlichen materiellen und technischen Fortschritte. Viele Kameraden wurden zur Wehrmacht einberufen oder zu anderen Aufgaben
kriegsverpflichtet. Das Jahr 1945 war auch für die Freiwillige Feuerwehr Karow ein Neubeginn. Auf Weisung des damaligen sowjetischen Kommandanten wurde die
Bildung eines Feuerlöschzuges in einer Stärke von 15 Mann und eines Zugführers angeordnet. Diese Formation war mit Restbeständen an Löschgeräten aus der Kriegszeit ausgerüstet. Durch die
Eigeninitiative der damaligen Kameraden konnte noch 1945 ein offener Mannschaftswagen mit Pumpenanhänger in Dienst genommen werden. Die Dienstbedingungen im alten Spritzenhaus an der Dorfkirche
blieben schwierig und kompliziert. In den Jahren 1958-1961 wurde auf dem Grundstück Alt-Karow 10 ein neues Feuerwachengebäude von den Kameraden der Wehr
errichtet. Sie erbrachten dazu mehr als 5.500 Stunden Eigenleistung. Das erforderliche Baumaterial wurde zum größten Teil aus Kriegsruinen gewonnen. Das neue Gebäude bestand aus einem
Mannschaftsraum, einer Fahrzeughalle und zwei Nebenräumen. Die Handwerker, Bauern und Bürger des Ortes haben durch Spenden und persönliche Leistung dazu
beigetragen, dass dieses Gebäude entstehen konnte. Bei der Einweihung konnte auch ein gebrauchtes Löschfahrzeug vom Typ LF 8 -TS 8 (Garant) in Dienst genommen
werden. In dieser Zeit feierte die Karower Wehr auch besondere Erfolge im Feuerwehrwettkampfsport. Gerhart Gendolla gewann in den Jahren 1957 bis 1961 in der
Disziplin "Sturmleitersteigen" vier Mal den Berliner Meistertitel, zwei Mal den DDR-Meistertitel und ein Mal den Pokal. Zu Beginn der sechziger Jahre
wurde eine Frauengruppe gebildet. Sie arbeitete vorwiegend auf dem Gebiet des Vorbeugenden Brandschutz und im Theatersicherheitswachdienst. Ab dieser Zeit wurde
auch besonderen Wert auf die organisierte Ausbildung der Feuerwehrkameraden gelegt. Viele Kameraden besuchten Lehrgänge an der Zentralen Feuerwehrschule Bad Freienwalde. Ende der sechziger Jahre
wurde eine Jugendgruppe aufgebaut. Viele dieser Mitglieder traten später der aktiven Wehr bei. Im Jahre 1972 wurde das alte LF 8 - TS 8 (Garant) gegen einen
werksneuen LF 8 - TS 8 (Robur LO2002) mit Schlauchtransportanhänger (STA) ausgetauscht. Zur Sommerzeit wurden die Sitzbänke gegen eine 900 Liter Wasser fassende Gummiblase getauscht. Damit wurde
das Fahrzeug zum "Hilfstanker". Dieses Fahrzeug war bis 1990 Dienst. Im Jahre 1975 wurde eine Patenschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Neuwerk
(Rübeland im Harz) eingegangen. Die Feuerwehr Karow hatte normalerweise in dieser Zeit ca. 50 Einsätze jährlich. Im Jahr 1976 hatte sie dagegen 108 Einsätze zu bewältigen von denen 80% Brände
waren. 1979 mussten die Kameraden 10 Tage lang die Wache besetzen, da Katastrophenalarm wegen eisiger Temperaturen und schweren Schneefällen gegeben wurde. Weil
die Freiwilligen Feuerwehr ein weiteres Fahrzeug erhalten sollte, wurde eine weitere Fahrzeughalle nötig. Diese wurde im Jahr 1981 von den Kameraden in Eigenleistung errichtet. Im selben Jahr
wurde das Fahrzeug, ein LF 16 (S4000), in Dienst gestellt. 1984 wurde das LF 16 (S4000) gegen ein LF 16 (IFA W50)
ausgetauscht. In diesem Jahr erreichte der Fahrzeugpark der Wehr seinen bis heute gültigen Höhepunkt, er bestand aus einem LF16 (IFA W50), einem LF8 (Robur LO1800), einem SW (IFA W50), einem KLF
(Barkas B1000) und einem Motorrad (TS250). Ab 1986 wurde die Tradition des Feuerwehrkampfsports wiederbelebt. Die Wehr errang viele Titel über die Berliner
Stadtgrenzen hinaus. Im selben Jahr erhielt die Wehr ihre ersten Handsprechfunkgeräte. Der 9. November 1989 veränderte auch die Karower Wehr. Sie bestand zu
diesem Zeitpunkt aus 25 aktiven Kameradinnen und Kameraden, einem LF 16 (IFA W50), einem LF 8 (Robur LO1800) und einem KLF (Barkas B1000). Mit Vereinigung der
beiden Feuerwehren in Berlin wurde im Jahre 1990 der erste Wehrführer demokratisch gewählt. Die Feuerwehr Karow erhielt den Status einer Freiwilligen Feuerwehr mit eigenem Ausrückbereich und 24
Stunden Bereitschaft. Im Jahr 1991 wurde dann das LF 8 (Robur LO1800) durch ein TLF 16/20 (IFA W50) ersetzt. In den Folgejahren
wurde der Ausbildungsstand durch Fortbildungsveranstaltungen an die neuen Gegebenheiten angepasst. Die Kameraden erhielten neue persönliche Schutzausrüstung und 1994 die Funkalarmempfänger. Im
Jahre 1994 bekam die Karower Wehr im Austausch gegen das LF 16 (IFA W50) ihr erstes "West"-Fahrzeug, ein LHF 16/16. Mit diesem Fahrzeug fuhr die Wehr ihren wohl ungewöhnlichsten Einsatz
in der 90iger Jahren. Im August 1995 überfuhr ein Regionalzug der Linie R8 nachts eine Herde von ca. 250 Schafen. Gemeinsam mit anderen Feuerwehren musste die Freiwillige Feuerwehr Karow die
Tierkadaver bergen und auf einen Eisenbahnzug verladen. Der Einsatz dauerte 6 Stunden. Im Jahre 1995 begannen die Bauarbeiten für das Neubaugebiet Karow Nord mit
insgesamt 10.000 Wohnungen. Die Bauphase und die immer größer werdende Zahl von Einwohnern im Ausrückbereich ließ die Zahl der Einsätze stetig steigen. Durch den zunehmend maroden Bauzustand der
Feuerwache und das steigende Gefahrenpotential wurde ein kompletter Feuerwachenneubau immer dringlicher. Als Übergangslösung wurden der Wehr 1997 zwei Wohn- und ein Sanitärcontainer zur Verfügung
gestellt. 1997 nahm die Wehr am Einsatz beim Oder-Hochwasser teil. Im Mai 1999 wurde nun endlich mit dem Feuerwachenneubau
begonnen. Da es in der Ausweichunterkunft nur beschränkte Fahrzeugstände gab, wurde der Fahrzeugpark ausgewechselt. Er bestand nun aus einem LHF 16/12 (City-LHF) und einem TLF 16/20 (W50).
Während der Bauphase wurde im Jahr 2000 das TLF 16/20 (W50), als eines der letzten DDR-Fahrzeuge im Bestand der Berliner Feuerwehr außer Dienst genommen. Als
Ersatz stand mal ein TLF16 (MAN-Eckhauber), mal ein LHF16/16 (Dackel) zur Verfügung.
Das Neubauprojekt
Die 1979 gebaute Fahrzeughalle war der erste Bauabschnitt für eine neue Feuerwache in Karow. Es sollte eine Neubauwache vom Typ der FF-Pankow entstehen. Aus organisatorischen Gründen wurde dieser
immer wieder verschoben. Erst durch ständiges Intervenieren der Wehrführung wurde eine Aufnahme des Karower Neubaus in den 5-Jahresplan erreicht. Durch die
politischen Ereignisse 1989/90 wurden diese Pläne abermals zu den Akten gelegt. 1992 wurde von den Verantwortlichen der Berliner Feuerwehr festgestellt, dass sich die Feuerwache in einem
desolaten baulichen Zustand befindet und aus bau- und arbeitsicherheitsrechtlichen Gründen geschlossen werden müsste. Durch den sich abzeichnenden Bau des Ortsteils Karow-Nord mit ca. 10.000
Wohnungen musste der Feuerwehrstandort Karow erhalten bleiben. 1995 wurden die ersten Modelle und Baupläne für den Wachneubau vorgestellt. Durch Probleme beim
Denkmalschutz, der Haushaltslage des Landes Berlin und bei der Berliner Feuerwehr selber kam es bis 1997 zu keinem nennenswerten Fortschritt. Aufgrund von
Auflösungserscheinungen der Freiwilligen Feuerwehr kam es im Februar 1997 zu einer außerordentlichen Wehrversammlung an der der damalige Innensenator SCHÖNBOHM und der Landesbranddirektor BROEMME
teilnahmen. Dort wurde der Wehr vom Innensenator der Beginn des Neubaus bis spätestens Herbst 1998 zugesagt. Ferner wurde vom Landesbranddirektor die Aufstellung
von Containern als Übergangslösung zugesichert. Die Aufstellung der Container erfolgte zwei Monate später. Im August 1998 organisierte die Feuerwehr Karow ein
Ausweichquartier auf dem benachbarten Bauernhof von Arno JAHN. Die Scheune wurde zur Fahrzeughalle mit zwei Fahrzeugständen umfunktioniert, die Container wurden auf dem Hof
gestellt. Der Abriss der alten Feuerwache begann mit der Fällung von ca. 25 Bäumen auf dem benachbarten Grundstück durch die Mitglieder der Freiwilligen
Feuerwehr. Der Gebäudeabriss begann am 7. Juni 1999. Die neue Feuerwache sollte aus 2 Fahrzeughallen mit 3 und 2 Fahrzeugständen sowie einem Wachgebäude
bestehen. Die Planungen sahen vor, dass neben der Freiwilligen Feuerwehr ein Rettungswagen der Berufsfeuerwehr auf der Feuerwache stationiert
wird. Seit dem 03.05.2001 verrichten die Freiwillige Feuerwehr und die Berufsfeuerwehr ihren Dienst gemeinsam im neuen Gebäude. Die Kollegen kommen vom
Stützpunkt Buch der inzwischen aufgegeben wurde. Die Freiwillige Feuerwehr übernahm von den Berufskollegen das TLF 24/50, welches Stadtweit eingesetzt wird. Die Berufskollegen sind mit einem
LHF-B und einem RTW in Dienst. Von den sechs Kollegen bespringen drei bei Bedarf den RTW. Die neue Feuerwache befindet sich im denkmalgeschützten Ortskern von
Karow. Bei einigen Karowern erregte der Neubau Unmut. Man bemängelte, dass das Bauwerk nicht dem Denkmalschutzaspekt gerrecht wird. Besonders unschön findet man den Antennenmast der höher ist als
der benachbarte Kirchturm. Normale Anwohner im Dorfkern von Karow müssen bei Neu- oder Umbau strenge und kostenintensive Anforderungen der Denkmalschutzbehörde beachten.
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